– Denn Böden wachsen nicht nach
Drei Unterrichtsvormittage hatten sie nur Zeit zum Üben und Proben, um dann am Tag der offenen Tür das erste Mal groß auf der Bühne zu stehen und vor vielen Zuschauern ihr selbstgeschriebenes Theaterstück „Denn Böden wachsen nicht nach“ zu spielen. Die Klasse 6G4.
Schon im Januar hatte eine kleine Gruppe der 6G4 angefangen, sich jede Woche für eine Stunde zu treffen und am Skript des Stückes zu arbeiten und eigene Ideen und Vorstellungen umzusetzen und immer wieder umzuschreiben und zu verbessern.
Im Stück geht es nämlich um Bauern, die ihre Arbeit lieben und die nun ihr Land an den Bürgermeister abgeben sollen, damit dieser darauf dann Hotels und Freizeitparks gewinnbringend bauen kann. Das lassen sich die Bauern natürlich nicht gefallen und verteidigen ihr Land und ihre Arbeit. Influencer machen sich anfangs noch darüber lustig, merken aber dann auch, dass die Bauern im Recht sind und es sich lohnt, für Gerechtigkeit und für eine bessere Welt einzustehen. Zwei Vogelscheuchen appellieren dabei immer wieder an die Menschen, doch miteinander zu reden und sich auf die wirklichen Werte des Miteinanders zu besinnen.
Das Stück lag den Schülern und Schülerinnen sehr am Herzen, da ein Schüler der Klasse einen landwirtschaftlichen Betrieb zu Hause hat und für ihn (aber auch für all seine Mitschüler*innen) nicht teure Luxusurlaube oder Massentourismus im Vordergrund stehen, sondern ein freundliches Miteinander und bodenständige Arbeit. Der Hinweis, dass Landwirtschaft für unser Leben einfach gebraucht wird, stand dabei immer groß im Vordergrund, denn „Geld kann man nicht essen“ und „Böden wachsen nicht einfach nach.“

So starteten alle Schüler und Schülerinnen am ersten Tag der drei Projekttage damit, sich in die Rollen einzufühlen und erste Versuche auf der Bühne zu machen. Je öfter die Szenen dann gespielt, verändert und anders gedreht wurden, um so selbstsicherer wurde jeder einzelne Schüler. Alle hatten sehr viel Spaß, sich auf der Bühne ausleben zu können und neue Ideen der Kinder wurden ständig mit eingebaut. Am dritten Tag konnten sogar alle ihre Texte auswendig und spielten mit einer enormen Leidenschaft und mit wirklich viel Spaß, den man dann auch richtig auf der Bühne sehen konnte. Alle brachten dann Requisiten und Kostüme von zu Hause mit, um sich als Bauern, Influencer und Vogelscheuchen zu verkleiden und die Rolle damit überzeugend zu spielen. Auch Plakate für die Demo auf der Bühne wurden mit Slogans wie „Natur statt Luxus“, „Unser Land – unsere Zukunft“ selbst gestaltet.
Am vierten Tag gab es zwei Generalproben und dann war die Aula auch schon voll mit Besuchern am Tag der offenen Tür, am 29.01.2026. Alle spielten souverän, sie bekamen dafür sehr viel Applaus und das wichtige Thema wurde vom Publikum gut angenommen.
Dieses Theaterstück wird im Juni 2026 im Rahmen der Schultheaterwoche dann noch einmal im Theater Wolfsburg auf wirklich großer Bühne mit richtiger Licht- und Tontechnik gespielt. Die Schüler und Schülerinnen sind schon total aufgeregt und freuen sich auf ihren großen Auftritt.

H. Steiln