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Chemie

Was ist Chemie?

„Chemie ist, wenn es knallt und stinkt!“

Diese nicht ganz ernst gemeinte Definition hört ein Sechstklässler vielleicht, wenn er Erwachsene nach seinem neuen Schulfach fragt.

Nun, knallen und stinken kann es natürlich auch schon mal, aber in Wirklichkeit ist Chemie mehr als das!

„Chemie ist überall!“ lautet eine weitere, oft zu hörende oder in Büchern zu findende Aussage.

Richtig, aus unserem Alltag ist Chemie nicht wegzudenken: Kunststoffe, Farben, Bekleidung, Medikamente, Körperpflegemittel, Kosmetik – alles Chemie! (Ja, auch wenn „Bio“ draufsteht!) Aber bei aller Alltäglichkeit, ein kritischer Blick auf die Chemie muss dabei sein! „Pro und Contra“ – diese Überschrift finden wir schon auf den ersten Seiten unseres Chemiebuchs.

Nachdem wir für unseren Unterricht Chemie als Naturwissenschaft definiert haben, die sich mit den Stoffen und den Eigenschaften von Stoffen beschäftigt, lernen wir einige Stoffeigenschaften kennen: Farbe, Geruch, Brennbarkeit, elektrische Leitfähigkeit usw.

Dann kann es mit interessanten Experimenten losgehen: Wir nutzen die Stoffeigenschaften, um Stoffe zu identifizieren und Stoffgemische zu trennen, beispielsweise um das Salz wiederzugewinnen, das einem unglücklicherweise in den Sand gefallen ist …

Danach begegnen wir messbaren Stoffeigenschaften wie Schmelztemperatur und Dichte, lernen den Umgang mit Thermometer und Waage und stellen fest, dass man den Taschenrechner auch im Chemieunterricht braucht! Und wir erfahren, dass Naturwissenschaftler sich Dinge vorstellen, die man auch mit einem Mikroskop nicht sehen kann und dass sie hierbei Modellvorstellungen wie das Teilchenmodell entwickeln, um sich Vorgänge zu erklären.

In Klasse 8 geht es dann „so richtig“ los mit der Chemie: den chemischen Reaktionen, also Vorgängen, bei denen neue Stoffe mit anderen Eigenschaften entstehen – und bei denen Energie freigesetzt wird! Hier knallt es zwar nicht, aber Feuer und Rauch sind auch schon recht spektakulär.

Auch hier halten bald die Waage und der Taschenrechner Einzug und wir stellen fest, dass die Stoffe nicht einfach „irgendwie“ miteinander reagieren, sondern in bestimmten Massenverhältnissen. Das führt uns zu einem ersten, etwas komplexeren Theoriegebäude der Chemie: einer Vorstellung vom Aufbau der Stoffe aus Atomen, dem Daltonschen Atommodell. Dieses Theoriegebäude wird in der Folgezeit immer weiter ausgebaut.

Anders als Goethes „Faust“ treibt uns zwar nicht die Frage um, was „die Welt im Innersten zusammenhält“, aber was die Atome in chemischen Verbindungen zusammenhält, wollen wir schon wissen – chemische Bindungen nämlich, die Ionenbindung und die Elektronenpaarbindung.

Weitere Themen, die uns auf dem Weg in die Oberstufe und hin zum Abitur begegnen, sind die Elektrochemie (Wie kommt eigentlich der Strom in eine Batterie?), Säuren und Laugen (Was bewirkt den sauren Geschmack von Zitronensaft oder Essig?) sowie die organische Chemie, also die Chemie der Energieträger wie Benzin und Heizöl, aber auch der Kohlenhydrate, also unserer Nährstoffe. Und wir sehen auch hier wieder: Chemie ist überall!

Konsequenterweise gibt es auch im Chemieunterricht laufend Verbindungen zu anderen Fächern. Der Bezug zur Biologie und zur Mathematik wurde schon angesprochen, aber auch auf die Physik trifft man häufiger (Magnetismus, elektrischer Strom, Atombau …), und besonders in der Ober-stufe werden wissenschaftsethische Gesichtspunkte verstärkt betrachtet: Welche negativen Auswirkungen kann Chemie auf unseren Alltag, auf unsere Umwelt haben? Was darf „die Chemie“, was sollte sie nicht dürfen?

In der Oberstufe, der letzten Etappe auf dem Weg zum Abitur, werden einige Inhalte aus dem Sekundarbereich I aufgegriffen und vertieft, neue Themen kommen hinzu, um den Schülerinnen und Schülern der Chemiekurse die Vorbereitung für ein Studium der Chemie oder verwandter Wissenschaften zu ermöglichen.

In allen Altersstufen, vor allem natürlich in den unteren Jahrgängen, beruhen die Freude und das Interesse der Schülerinnen und Schüler am Chemieunterricht auf dem besonderen Charakter chemischer Experimente, vor allem dann, wenn die Lernenden selbst tätig sein können. Aus diesem Grund hat die praktische Arbeit, das Experiment, einen besonders hohen Stellenwert im Chemieunterricht am Albert-Schweitzer-Gymnasium. Hierzu bietet unsere mit Chemikalien und Geräten sehr gut ausgestattete Chemiesammlung beste Voraussetzungen. Aber auch in unseren mit moderner Technik ausgestatteten Fachräumen verfügen wir über gute Möglichkeiten, einen anschaulichen und erkenntnisreichen Chemieunterricht durchzuführen, da es in jeder Stunde problemlos möglich ist, Bilder, Filme, Animationen und Modelle einzusetzen.

Auch der Weg „nach draußen“ kann im Chemieunterricht beschritten werden, zu einem außerschulischen Lernort. Hier bieten sich z.B. das phaeno an, das Agnes-Pockels-Schülerlabor oder die nahe gelegene TU Braunschweig mit dem Tag der offenen Tür oder der Möglichkeit eines Schnupperstudiums.

Alle diese Gegebenheiten ermöglichen uns einen interessanten, manchmal spannenden und immer zeitgemäßen Chemieunterricht.

Die Fachschaft Chemie des Albert-Schweitzer-Gymnasiums